Die Welt, Berlin, 26. Juli 2003
66 Nackte sorgten für Unruhe auf dem Pariser Platz
Aufrecht stehen die Passanten und wundern sich gleich mehrfach. Was hat es mit diesen gebückten Figuren auf sich? Warum sind sie in einem gläsernen Laster unterwegs? Und warum steht der auf dem Pariser Platz herum? Die Antwort liegt nahe. Es ist Kunst.
Allerdings ein ganz besonderes Projekt. "mob" hat die Düsseldorfer Künstlerin Claudia Rogge ihre Installation genannt. Es steht als Abkürzung für "Mobilität" und für "mobile vulgus", was aus dem Lateinischen kommt und "bewegte Volksmenge" heißt. Die 38-Järige will für Unruhe unter den zufällig vorbeikommenden Betrachtern sorge. Sie sollen sich Fragen stellen. Warum ist die Figur gebückt: aus Unterwürfigkeit, Demut oder Glauben, tun sie es freiwillig oder werden sie gezwungen?
Es ist schon das zweite Projekt dieser Art. Im April 2002 war der gläserne Laster gefüllt mit 5000 Puppenköpfen unterwegs. Heute wird er Berlin wieder verlassen. Die Gebückten reisen weiter nach München, Paris, London.
sheu
