Berliner Morgenpost, 26.7.2003

Demut oder Glauben? Gebückte Kunst am Pariser Platz

Aufrecht stehen die zwei Spaziergänger und wundern sich gleich mehrfach. Was hat es mit diesen gebückten Figuren auf sich? Warum sind sie in einem gläsernen Laster unterwegs? Und warum steht der auf dem Pariser Platz? Die Antwort liegt nahe: Es ist Kunst.

Allerdings ein ganz besonderes Projekt. "mob" hat die Düsseldorfer Künstlerin Claudia Rogge ihre Installation genannt. Es steht als Abkürzung für "Mobilität" und für "mobile vulgus", was aus dem Lateinischen kommt und "bewegte Volksmenge" heißt. Die 38-Jährige will für Unruhe unter den zufällig vorbeikommenden Betrachtern sorgen. Sie sollen sich Fragen stellen: Warum sind die Figuren gebückt: aus Unterwürfigkeit, Demut oder Glauben, tun sie es vielleicht freiwillig oder werden sie gezwungen? Es ist schon das zweite Projekt dieser Art. Im April 2002 war der gläserne Laster gefüllt mit Puppenköpfen in Europa unterwegs. Heute wird er Berlin wieder verlassen. Die Gebückten reisen weiter, unter anderem nach München, Paris und London.
sheu