KUNSTFORUM, Bd. 154 April- Mai 2001
DÜSSELDORF: PERFORMANCE GESTOPPT
Mit sieben Performances zu den sieben Tödsünden wollen die Düsseldorfer Künstler Claudia Rogge und Mike Neubauer in der vorösterlichen Fastenzeit aktuelle Schlagzeilen visuell erlebbar machen. Bereits die erste Aktion zur Sünde der Völlerei wurde am 1. März 2001 von der Polizei und der Veterinärbehörde gestoppt. Auf Düsseldorfs Prachtboulevard hatten die Künstler Einkaufswagen mit großen Brocken Rindfleisch "als Installation aufgebaut". Doch da Rogge und Neubauer die Herkunftsstempel von dem Fleisch entfernt hatten, entschied ein Beamter des Veterinäramtes, es bestünde Verdacht der Verbreitung der Maul- und Klauenseuche: Das Fleisch sei auf dem Schlachthofgelände sofort zu vernichten. Eine Woche später tauchten die Künstler wieder auf der Königsalle auf, diesmal mit einem Sarg, mit dem sie feierlich auf der Straße defilierten. In der Lokalpresse erschien, dass ein gewisser Liebherr Gott verstorben ist. Am Tag vor dessen Beerdigung bestückten die Künstler den Neuen Friedhof mit 100 Holzkreuzen. Inschrift: "Hier ruht Gott". Rogge und Neubauer wollten damit die Sünde des "Hochmuts" illustrieren und verstehen ihre Performance zugleich "als Bild zu der aktuellen Diskussion um die "Gentechnologie"
