



Im Juni 2003 begann die Reise durch deutsche und europäische Städte mit der zweiten Installation m o b IL2.
Die Installation, in dem komplett aus Plexiglas konstruiertem Aufbau des 7,5 Tonners, besteht aus 66 gegossenen Kunststoffiguren in menschlicher Größe. Zu sehen ist eine massenhafte Anhäufung der immer gleichen Figur: gebückte, nackte Männerkörper: Eine erneute Auseinandersetzung mit dem Thema Masse und Mobilität.
Die Figuren im Maßstab 1:1 sind Multiplikatoren ihrer selbst, d.h. es ist eine Akkumulation von Kopien einer Mutter-Figur zu sehen. Diese knienden Figuren sind in dem gläsernen LKW gereiht, gestapelt und zentral ausgerichtet, so dass eine rhythmische Ordnung der Masse entsteht. Die Vervielfältigung des Einzelnen lässt so in der Gesamtheit neue Muster, bzw. einen neuen Organismus entstehen.
Die Bewegung der Installation spielt eine wesentliche Rolle, nicht nur in Hinsicht auf die sich dadurch stets verändernden räumlichen Bedingungen, sondern auch für die Visualität der Installation selber: Im Stillstand sieht der Betrachter die konkrete Form, die einzelnen Figuren. Je schneller der LKW wird, umso unschärfer ist die Installation zu sehen;
die einzelnen Figuren verschmelzen, bis letztlich ein völlig abstraktes Bild entsteht. Die Installation, die Umgebung und die Betrachter treten in ein reziprokes, sich stets anders darstellendes Verhältnis.
Die evolutionär entwickelte Form des Menschen ist die aufrechte Position. Die Beschäftigung mit der gebückten, knienden Position, eröffnete Fragen: wann und warum ist der Mensch gebückt? Aus Unterwürfigkeit, aus Glauben, aus Demut, aus Erziehung, freiwillig, unfreiwillig..? Gegenüber wem oder was ist man gebückt? Ist der Mensch als Individuum gebückt, oder als Teil einer Masse?
Die Assoziationen bei den Passanten reichten von Legebatterie und Viehtransport, über die Konditionierung von Menschen, die Unterdrückung in totalitären Systemen, bis hin zu "Brave New World" und geklonten Menschen.
Unterstützt wird das Projekt durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, dem NRW LandesBüro Freie Kultur, dem Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Fonds Soziokultur sowie weiteren privaten Förderern.
