Rheinische Post, Düsseldorf, 02.05.01

Projekt "Schlag/Zeilen" auf der Basis der sieben Todsünden weitergeführt

"Was mögen diese ganzen Begriffe auf der Straße bedeuten?", fragte sich gestern mancher Passant auf der Schadowstraße. Dort schrieben die Künstler Claudia Rogge und Mike Neubauer zur sechsten Todsünde "Gier" einen offenen Brief mit Kreide auf den Boden. Vorher hatten sie Passanten zur Definition von Überfluss und Bedürfnis befragt. "Wir versuchen, die sieben Todsünden auf aktuelle Themen zu beziehen und damit einen Gedankenprozess in Gang zu bringen", erklärt Mike Neubauer, "denn der Fähigkeit zur Hinterfragung bestehender Werte wird heute kaum noch Platz zugeordnet." Die gestrige Aktion entstand in Anlehnung an das Börsengeschehen: "Die Börsenschlagzeilen verdeutlichen, welch hohen Abstraktionsgrad die Jagd nach Profit erreicht hat, so Rogge, "genau das wollen wir den Menschen ins Gedächtnis rufen."