Rheinische Post, Düsseldorf, 07.Juni 2001

Rogge-Aktionen: Kulturverwaltung redet jetzt mit

Sieg für Kunst auf Straße

Claudia Rogge macht Kunst im öffentlichen Raum, die Passanten provozieren soll, doch meist eckt sie bei den Mitarbeitern im Ordnungsamt an.

Den ersten Streit gab´s bei der Installation "Wollust" im März auf dem Corneliusplatz, als Ordnungshüter die mit Blut und Milch gefüllten Plastikbeutel entleerten und dabei Spaziergänger besprizt wurden. Und die letzte Auseinandersetzung liegt noch gar nicht so lange zurück: Im Mai musste die Oberkassler Künstlerin die genehmigte "Todsünde Neid" auf dem Burgplatz abbrechen, weil sie die riesigen Fensterscheiben am falschen Platz aufgebaut hatte. "Mich irritiert einfach die Willkür in den Entscheidungen der Ordnungsbehörde", sagte Claudia Rogge gestern vor dem Kulturausschuss, und der stand der Künstlerin helfend bei. Jetzt muss das Ordnungsamt bei weiteren Rogge-Aktionen mit der Kulturverwaltung Rücksprache halten, - "und das ist im Sinne der Kunst im öffentlichen Raum eine kluge Entscheidung", meinte SPD-Ratsfrau Gisela Johanne Fuchs. Auch Claudia Rogge kann mit dieser Entscheidung leben, "denn es geht mir nicht um die Diskussion mit dem Ordnungsamt, sondern mit den Menschen auf der Straße."